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Wu
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    • Wu hat einen neuen Beitrag "Aus Scott P. Bradleys Blog" geschrieben. 13.09.2021

      AUF DEM WEG ZU EINEM NEUEN PHILOSOPHISCHEN DAOISMUS XII

      Das Konzept der Nicht-Identität deutet darauf hin, dass man sich von der eigenen Identität lösen und sie dennoch genießen kann. Der Geist des Spiels kann helfen, dieses Arrangement zu veranschaulichen. Spielen bedeutet, das Spiel ernst zu nehmen und gleichzeitig zu verstehen, dass es eigentlich nur ein Spiel ist, etwas, das zu unserem Vergnügen erfunden wurde. Es macht nur Spaß, wenn man es nicht zu ernst nimmt.

      Wir können spielen, um jemand zu sein. Es geht hier um Transzendenz. Aber wer ist "wir"? Es gibt immer einen angenommenen Jemand, so scheint es, und Transzendenz ist eine unaufhörliche Dialektik - gewiss jenseits von Logik und vielleicht sogar Zeit. Wir können uns das Nicht-Duale nur vorstellen oder erfahren, weil wir dual bleiben. Das Selbst ist im Wesentlichen dualistisch, und das Selbst ist erforderlich, wenn wir denken und das Leben erfahren wollen. Deshalb glaube ich, dass No-Self kein fixes Selbst bedeutet.

      Dies ist natürlich als Beschreibung einer tatsächlichen Erfahrung gedacht und nicht nur als Idee. Kann man dies tatsächlich verwirklichen? Ich zumindest kann das nicht mit Sicherheit sagen. Ich kann nur bezeugen, dass die Übung (das Spiel) des Versuchs, dies zu tun, einige interessante und erfreulich schrittweise Ergebnisse hervorbringt. Wie kann man versuchen, es zu verwirklichen? Auch hier kann ich nur von meiner eigenen Praxis sprechen - der imaginativen Meditation.

      Das Festhalten an einer festen Identität - einer, die verloren gehen kann und für immer geschützt und gestützt werden muss - nennen wir es ein egoisches Selbst (ein in sich selbst gefangenes Selbst) - ist meistens nur eine schlechte Angewohnheit. Das Selbst ist eine gewachsene Gewohnheit - nichts Böses - nur das, was geschehen ist. Es gibt keinen Grund, es zu verunglimpfen. Aber es gibt auch keinen Grund, warum wir uns nicht wünschen sollten, seine Leistung zu verbessern, wenn sich einige Aspekte davon als dysfunktional erweisen. Nichts ist perfekt. Nichts ist dazu "bestimmt". Die imaginative Meditation läuft darauf hinaus, andere mögliche, vorteilhaftere Gewohnheiten in Betracht zu ziehen - neue Wege des Denkens und Seins. Sie bringt es mit sich, dass man sich in neue Erfahrungen wagt - mystische Erfahrungen.

      Die Imagination findet im Geiste des Spiels statt. Nichts muss als "real" angesehen werden - es geht nur darum, Spaß zu haben, denn das ist das Beste, was wir tun können, und Spaß ist Spaß. Religiöses Denken bedeutet, die Dinge viel zu ernst zu nehmen, und das ist der Tod des Spaßes.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Zur ewigen Frage nach der besten Tao-Te-King-Übersetzung" geschrieben. 13.09.2021

      Mondrian Graf von Lüttichau hat vor Jahren versucht, die ja eigentlich pre-feudalistischen Ansätze im Laozi auf den Anarchismus umzumodeln, und eine sehr schöne interpretierende "Übersetzung", die er als Versuch einer Annäherung bezeichnet, geschaffen, die inzwischen online verfügbar ist. Und auch gute Kritiken bekommen hat.

      https://autonomie-und-chaos.de/die-buech...nnt-laotse-2019

      Der Begriff "umherschweifende Lebendigkeit" im Motto des Verlages gefällt mir.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Kosmozentrismus" geschrieben. 21.07.2021

      Mal ein paar allgemeine Überlegungen zum Daoismus.
      Ich denke, um Daoismus zu verstehen, muss man seine Art zu denken erst einmal verstehen.
      Er orientiert sich erst einmal vorwiegend an der Natur, nicht am Menschen (diesen sieht er auch als Natur), was ja schon die Konfuzianer ihm vorgeworfen haben, und nicht an der Transzendenz, was ihn für manche spirituellen Menschen als seltsam erscheinen lässt (eine nichtmaterialistische, aber auf Immanenz ausgerichtete Lehre ist für viele ein Widerspruch).
      Dann hat er eher Ähnlichkeiten zu einer Prozeßphilosophie (eventuell auch zur Systemtheorie) (Das Leben ist ein Geschehen), als zu substanzontologischen Ansätzen (Da ist ein Ich, dass in die Welt geworfen ist, das das Leben besitzt, es manipulieren kann, es beherrscht etc.).
      Das beruht sicher auch auf der Orientierung an der Natur.
      Vielleicht kommt es auch mit daher, das es menschliche Gefühle nicht zu kosmischen erhöht (Das Universum als grenzenlose Liebe oder Erwachen als endloser Glückszustand z.B.).
      Und sie ist an einem Gleichgewicht interessiert. Unterscheidet sich also von Lehren, die einen isolierten Yang-Pol als Ziel haben (wie es in der westlichen Spiritualität oft der Fall ist). Wenn, dann betont sie eher das Yin - vor allem bei Laozi (Wasser, das weibliche).
      Insgesamt kann man sagen, es ist eher eine vitatuelle Lehre (Fantasiewort von mir - stellt das Leben in den Mittelpunkt) als eine spirituelle (diese stellt den Geist in den Mittelpunkt.)
      Interessanterweise (das hängt auch mit ihrer Sprachskepsis zusammen) ist es eine Lehre, die nicht an Wahrheit, sondern eher an Wirksamkeit (oder Wirklichkeit) orientiert ist.
      Und sie kennt keine an Normen ausgerichtete Ethik. (Es sei denn, man sieht Einfachheit, Einfalt, Einklang als Normen an).
      Soweit meine wirren Gedanken.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Taoismus vs. Buddhismus" geschrieben. 12.06.2021

      Ein anderer Text mit Nähe zum Daoismus ist das Xin Ming von Niútóu Fǎróng (Gründer der Ochsenkopfschule)


      Die Natur des Geistes ist ungeboren.
      Was nützen da Wissen und Ansichten?
      Ursprünglich gibt es kein einziges Ding -
      Wie könnte man da von Verblendung und Läuterung sprechen?

      Ein Kommen und Gehen, ganz ohne Ende,
      So sehr du auch suchst, du wirst Es nicht finden;
      Doch wenn du in völligem Nichttun verweilst,
      Wird die lichte Stille von selbst offenbar.

      Was du vor dir hast, ist nichts als leere Soheit,
      Beharrst du auf Wissen, verfehlst du die Essenz;
      Begreifst du klar diesen Zustand der Lichtheit,
      Sind Dunkel und Unwissenheit sogleich durchleuchtet.

      Ist der Eine Herz-Geist verdunkelt,
      Wirst du die vielfältigen Erscheinungen missverstehen.
      Die Dinge kommen und gehen ganz spontan,
      Wozu sich verrenken in Ablehnung und Habenwollen?

      Geburt trägt das Siegel des Ungeborenen,
      Geburt und Erleuchtung sind ein und dasselbe.
      Willst du einen reinen Herz-Geist erlangen,
      Musst du den Nicht-Geist walten lassen.

      In allen Dimensionen kein bisschen Erleuchtung -
      Dies ist die subtilste aller Einsichten.
      Das Wissen von Dharmas ist Nicht-Wissen,
      Nicht-Wissen weiß um das Wesentliche.

      Wer seinen Geist bezwingt und die Stille wahrt,
      Wird auf diese Weise die Krankheit nicht los;
      Erst wenn Leben und Tod ganz vergessen sind,
      Manifestiert sich das ursprüngliche Wesen.

      Das höchste Prinzip lässt sich nicht erklären,
      Es ist weder Freiheit noch Bindung;
      Alles durchdringend und allem entsprechend,
      Hast du Es stets vor deiner Nase.

      Vor deinen Augen kein einziges Ding;
      Kein einziges Ding, und doch ist alles wie immer.
      Bemühe dich nicht, den Spiegel der Weisheit zu polieren,
      Alle Form ist von selbst völlig leer und unfassbar.

      Ein Geist-Moment kommt, ein Geist-Moment geht,
      Der folgende nicht anders als der vorhergehende;
      Doch wird der vorhergehende Geist-Moment nicht erzeugt,
      Ist der folgende Geist-Moment von selbst abgeschnitten.

      In den Drei Welten gibt es kein einziges Ding,
      Wo kein Geist ist, da ist auch kein Buddha.
      Alle Lebewesen sind eben dieser Nicht-Geist,
      Und treten aus dem Nicht-Geist in Erscheinung.

      Zwischen "weltlich" und "heilig" zu unterscheiden,
      Erzeugt nur Verblendung über Verblendung;
      Wer ständig hin und her überlegt,
      Und nach der Wahrheit sucht, fällt von der Wirklichkeit ab.

      Sind die Extreme fallen gelassen,
      So ist alles von heller Klarheit.
      Es braucht weder Bemühung noch Fertigkeiten,
      Wenn man sich an die Unschuld des Säuglings hält.

      Gedanke auf Gedanke, so kommt man zu Wissen,
      Wer das Netzwerk untersucht, dreht sich unaufhörlich im Kreis.
      Still sein, Still sein, gar nichts untersuchen -
      Das ist ein dunkler Raum ohne jegliche Bewegung.

      Gedanke auf Gedanke, daran ist nichts Falsches -
      Still sein, Still sein, das ist die hellste Klarheit.
      Die Myriaden Erscheinungen sind alle ganz wirklich,
      Die Vielfalt ist von dem Einen Geschmack.

      Im Gehen und Kommen, im Sitzen und Stehen,
      Hör einfach auf, etwas festzuhalten,
      Wo keine Richtung zu bestimmen ist,
      Wie könnte es da Kommen und Gehen geben?

      Kein Sammeln ist nötig und kein Zerstreuen,
      Es gibt weder langsam noch schnell.
      Die leuchtende Stille ist Von-selbst-So,
      Das ist nicht zu erklären, da gibt es nichts zu erreichen.

      Im Geist gibt es nichts, das vom Geist verschieden wäre,
      Darum ist es auch nicht nötig, Begierden abzutöten;
      Ihre Natur ist leer, also verschwinden sie von selbst,
      Wenn du ihr Auf und Ab einfach geschehen lässt.

      Weder rein noch verblendet,
      Weder seicht noch profund -
      Der Ursprung liegt nicht in der Vergangenheit,
      Phänomene zu sehen ist nicht die Gegenwart.

      Was wir sehen, das hat keine Dauer,
      Was wir sehen, das ist im Grunde Geist.
      Eigentlich gibt es keinen "Ursprung",
      Der Ursprung, das ist eben jetzt.

      Erleuchtung ist immer schon vorhanden,
      Es ist nicht nötig, sie zu kultivieren;
      Verblendung hat noch nie existiert,
      Es ist nicht nötig, sie auszuräumen.

      Die natürliche Weisheit ist aus sich erleuchtet,
      Die Myriaden Phänomene kehren zurück in Soheit.
      Es gibt kein Zurückkehren und auch kein Empfangen,
      Drum lass das Meditieren und das Halten von Geboten.

      Die Vier Tugenden sind ungeboren,
      Die Drei Buddha-Körper existieren schon immer.
      Die Sechs Sinne entsprechen den Sinnesbereichen,
      Unterscheiden und Urteilen sind kein reines Erkennen.

      Im Einen Geist gibt es keine Verblendung,
      Die Myriaden Bedingungen sind miteinander im Einklang.
      Geist und unsere Natur sind im Grunde identisch,
      Sie sind gemeinsam gegeben, doch bedingen sie einander nicht.

      Das Ungeborene geht einher mit den Dingen,
      Sie wohnen gemeinsam im tiefsten Geheimnis,
      Erleuchtung entsteht aus Nicht-Erleuchtung,
      Darum sind Erleuchtung und Nicht-Erleuchtung eins.

      Gewinn und Verlust - zwei Seiten ein und desselben,
      Was soll da das Reden von Gut und von Schlecht!
      Alles Gemachte Ist im Grunde nicht-hergestellt.

      Der wissende Geist ist Nicht-Geist,
      Es gibt weder Krankheit noch Medizin.
      Nur wer verblendet ist, will Dinge abtun,
      Sobald du erleuchtet bist, ist dir nichts fremd.

      Im Grunde gibt es nichts, das man ergreifen könnte,
      Was sollte man jetzt also wegwerfen können?
      Von Existenz zu sprechen, lässt Dämonen entstehen,
      Denn mit den Worten tauchen leere Bilder auf.

      Du musst die gewöhnlichen Gefühle nicht auslöschen,
      Die einzige Religion, die du brauchst, ist das Nichtdenken.
      Das Denken wird durch den Nicht-Geist ausgelöscht,
      Der Geist wird durch das Nicht-Handeln abgeschnitten.

      Versuche nicht, die Leere zu beweisen,
      Das Licht durchdringt alles ganz von selbst.
      Sind Leben und Tod gleichermaßen ausgelöscht,
      Dringt der tiefgründige Geist in das letzte Prinzip ein.

      Wenn du die Augen öffnest und Erscheinungen siehst,
      Dann folgt der Geist, und die Sinneswelt entsteht.
      Wo der Geist verweilt, gibt es keine Sinneswelt,
      Wo die Sinneswelt innehält, da gibt es auch keinen Geist.

      Gebrauchst du den Geist, um die Sinneswelt auszulöschen,
      Dann verstößt du gegen beide in ihrer Gegenseitigkeit.
      Der Geist ist Nirvâna, die Sinneswelt ist Soheit,
      Da gibt es nichts festzuhalten und nichts loszulassen.

      Die Sinneswelt folgt dem Geist und vergeht,
      Der Geist verschwindet zusammen mit der Sinneswelt.
      Wenn beide verweilen, ohne aufzutauchen,
      Ist nichts als stille Klarheit und strahlende Leere.

      Und Bodhi erscheint als Reflexion
      Auf den ewig klaren Wassern des Geistes.
      Die Natur des Erleuchteten ist die eines Narren,
      Der nicht zwischen diesem und jenem unterscheidet,
      Der sich von Gunst und Ungnade nicht bewegen lässt
      Und keinen festen Platz als Wohnort wählt.

      Sämtliche Erwägungen sind plötzlich zum Stillstand gekommen,
      Mit einem Schlag gibt es keine Sorgen mehr:
      Für immer ist der Tag wie die Nacht,
      Für immer ist die Nacht wie der Tag.

      Von außen sieht er aus wie ein totaler Trottel,
      Innerlich ist sein Geist leer und wahr.
      Von widrigen Umständen nicht zu bewegen,
      Besitzt er die Kraft eines Großen Wesens.

      Kein Sehender ist da und auch kein Sehen,
      In diesem Nichtsehen ist alles ewig offenbar,
      So ist alles völlig durchdrungen
      Und nichts ist mehr verborgen.

      Denken führt nur zu zunehmender Verwirrung,
      Man versinkt in Verblendung und verstörenden Gefühlen;
      Beherrscht man den Geist, um seine Unruhe zu stoppen,
      Wird die Verwirrung umso größer, je stärker man eingreift.

      Die Myriaden Erscheinungen sind ohne Grund,
      Es gibt nur das eine Tor:
      Durch dieses Tor tritt man nicht ein und geht nicht aus,
      Da ist weder Stille noch Tumult.

      Selbst Shrâvakas und die Pratyeka-Buddhas
      Haben mit dem, was sie wissen, hierzu nichts zu sagen.
      In Wirklichkeit gibt es kein einziges Ding,
      Die wundervolle Weisheit allein bleibt zurück.

      Im Grunde gibt es nur die überquellende Leere,
      Das ist etwas, das der Geist nicht ergründen kann.
      Wahre Erleuchtung ist nicht erleuchtet,
      Wirkliche Leere ist nicht leer.

      Die Buddhas von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
      Sind alle Ausdruck dieses Grundprinzips.
      Im winzigsten Partikel dieses Prinzips
      Gibt es Welten so zahlreich wie Sand am Meer.

      Hört man auf, sich mit allem Möglichen zu beschäftigen,
      Ist der Geist in Frieden und verweilt nirgendwo.
      Im Nicht-Verweilen bei friedvollem Geist
      Manifestiert sich die strahlende Leere von selbst.

      In der stillen Klarheit des Ungeborenen
      Wandert man frei durch die Unendlichkeit.
      Was immer geschieht, es gibt keine Hindernisse,
      Gehen und Kommen sind vollkommen gleich.

      Die Sonne der Prajñâ ist still, so still,
      Das Licht des Samâdhi ist hell, so hell.
      Sie erleuchten den Garten der Eigenschaftslosigkeit
      Und erhellen die Stadt des Nirvâna.

      Denkt man unter allen Bedingungen nicht an ein Ergebnis,
      Resultiert daraus ein Geist, der dem Samâdhi entspricht.
      Du solltest keinen Dharma-Sitz aufstellen,
      Sondern ein Nickerchen machen in leerem Raum.

      Erfreust du dich voller Gelassenheit des Dao,
      Wanderst du in Muße in der wahren Wirklichkeit.
      Du hast nichts zu tun, es gibt nichts zu erreichen -
      Dich auf nichts stützend, manifestierst du dich von selbst.

      Die Vier Tugenden und die Sechs Pâramitâs
      Sind in dem Einen Fahrzeug alle eins.
      Wenn sich also kein Geist erhebt,
      Sind sämtliche Dharmas völlig ununterschieden.

      Wer die Existenz als das Ungeborene erkennt,
      Der wohnt eben jetzt in der Ewigkeit,
      Nur der Weise weiß um dies,
      Mit Worten ist diese Erleuchtung nicht zu beschreiben.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Nur Tee?" geschrieben. 18.04.2021

      Ihr könnt ja mal ne Getränkekarte erstellen. ;)

      Der frühen Daoisten mochten ja auch (Reis)-Wein. Gegen nen Whisky hätt ich auch nichts einzuwenden.

    • Wu hat das Thema "Ausgeglichenheit zu kennen, das heißt: Stetigkeit. " erstellt. 18.04.2021

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Zitate - Spiritualität" geschrieben. 15.03.2021

      Da die gesamte Natur eine Einheit ist, kann sich der Mensch nicht wirklich von der Gesamtheit dessen trennen, was wir Natur nennen. Unser Gefühl der Trennung von der Natur ist eine Illusion, und in dieser Illusion wird das "Ich" geboren (Das "Ich" selbst ist die Illusion) und versucht, sich selbst zu verewigen und für immer nach Beständigkeit zu suchen.


      U.G. Krishnamurti

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Zur ewigen Frage nach der besten Tao-Te-King-Übersetzung" geschrieben. 15.02.2021

      Meine Gewichtung ist eine andere. Am wichtigsten ist mir eine Nähe zum Original. Auch, dass die Mehrdeutigkeit nicht verloren geht (ohne in mystische Unklarheiten auszuweichen).
      Ein anderer Punkt ist, dass sie nicht von den Hauptpunkten des Daoismus abweicht: Immanenz, Nichtwillentliches Tun, Ausrichtung am kosmischen, Natürlichen, nicht am menschlichen etc..
      Und das es nicht vermischt wird mit westlich christlichen, westlich esoterischen, zenbuddhistischen oder neokonfuzianischen Gedanken.

      Letztlich ist mir das auch wichtiger als eine einfache Sprache, Heideggers "Sein und Zeit" ist auch nicht einfach zu lesen, aber gerade in der Arbeit bei Erschließen eines Textes geschieht ja schon etwas.
      Daher komm ich auch zu anderen Übersetzungen, die ich mag. (was für hier sicher ein Vorteil ist, wenn wir andere Fassungen favorisieren.)

      Gerstner
      Kalinke
      Möller
      Debes
      Schwarz
      Klaus
      Ulenbrook

      Seltsamer weise gibt es viele deutsche Übersetzungen, aber keine meines Wissens mit den kompletten Kommentaren von Wang Bi oder Heshan gibt. Auch die Übersetzung der Bambus-Fragmente, sozusagen der ältesten Schicht, gibt es nur von Kubin (wo ich aber die Übersetzung und seine Kommentare nicht so doll finde).

      Viel interessantes zu Übersetzungen schreibt Wohlfart in Der Philosophische Daoismus, vor allem das Kapitel "Truth lies in Translation - Philosophisch-philologische Bemerkungen zu Wahrheit und Lüge von Übersetzungen am Beispiel der Schlusspassage von Kapitel 25 des Daodejing".

      Wirkungsgeschichtlich ist sicher auch die von Gräser interessant, die aber als Übersetzung zwischen genial und total daneben schwankt. Aber Gräser war der Guru von Hermann Hesse, und Hesse ist auch die Herausgabe dieser "Übersetzung" (oder eher Neuschöpfung) zu verdanken.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Zitate - Spiritualität" geschrieben. 08.02.2021

      Alleinsein heißt Ganzsein. Aber man darf es nicht mit Individualität gleichsetzen. Ein Individuum bist du im Rahmen er Gesellschaft. Wenn du vollkommen allein bist, wirst daher auch kein Individuum mehr sein. Individuum heißt Teil einer Gesellschaft zu sein, Mitglied einer Gesellschaft zu sein. Wenn du in der Menge bist, bist du ein Individuum. Wenn du aus dieser Menge heraustrittst, lässt du damit nicht nur die Menge hinter dir, sondern auch deine Individualität. Diese Individualität war eine verliehene. Individualität und Gesellschaft sind die zwei Pole eines Ganzen.

      Allein bist du kein Individuum, das Individuum muss im Kontext einer Gesellschaft existieren. Wie ich schon sagte: Allein bist du weder gut noch schlecht, bist du weder ein Heiliger noch ein Sünder, bist du weder schön noch hässlich, bist du weder weise noch töricht. Beide Pole dieser Dualität fallen weg. Die Dichotomie fällt weg.

      Das Individuum existiert nur in Gesellschaft; das Individuum ist der Baustein der Gesellschaft. Allein bist du kein Individuum; glaub also nicht, durch Alleinsein würdest du zum Individuum. Wenn gar keine Gesellschaft da ist, wie kannst du da ein Einzelner sein? Du wirst da sein, und dieses Alleinsein wird Ganzheit sein. Das Ego wird wegfallen, und nur das Ego gibt einem das Gefühl der Individualität. ‚Allein‘ heißt nicht, dass du ein Einzelner bist, ‚allein‘ heißt, dass jetzt die Dichotomie, der Zwiespalt zwischen Gesellschaft und Individuum nicht mehr da ist. Das wird dir Ganzheit verleihen. Jetzt bist du nicht Teil von etwas anderem, sondern bist das Ganze geworden.


      aus: Osho, „Das Potential der Leere"

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Vorstellung Yamamoto" geschrieben. 08.02.2021

      Herzlich willkommen.
      Du kannst gern den Laozi-Abschnitt beleben. Ich hab bei ihm oft das Problem, das ich seinen ganzen Ansatz des Tao Te King als Fürstenspiegel für mich überholt ist. Daher ist der herrschaftskritische Ansatz von Zhuangzi mir näher.
      Ansonsten gibt es aber viele interessante Ansätze.
      Wie gewichtest du die verschiedenen Übertragungen? (Ich hab aber sicher nicht mehr als 10, aber ich kenne auch die Sammlung auf archive.org) Welche sind dir besonders wertvoll?

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Aus Scott P. Bradleys Blog" geschrieben. 07.02.2021

      AUF DEM WEG ZU EINEM NEUEN PHILOSOPHISCHEN DAOISMUS XI

      Wir behaupten daher, dass Ideen für den philosophischen Daoismus tatsächlich ein nützliches Werkzeug für die Verwirklichung dessen sein können, was weit über Ideen hinausgehen muss. Wir sind dort, wo wir heute sind, vor allem aufgrund der Kraft der Ideen. Rationalismus und Speziesismus sind Ideen, die tief in unserem kollektiven Bewusstsein verankert sind, und sie haben wesentlich zu den Verhaltensweisen beigetragen, die uns an den Rand einer ökologischen Katastrophe gebracht haben. Nur eine Philosophie, die die vorherrschenden kulturellen Weltanschauungen nicht als Philosophie versteht, würde darauf hinweisen, dass Philosophie unser Sein in der Welt praktisch nicht beeinflusst. Zwar gibt es noch andere, noch mächtigere Kräfte, aber Philosophie - Ideen - als ein wichtiges Mittel, um einen transformativen Austritt in das zu erreichen, was unser Verhalten motiviert, abzulehnen, bedeutet, den Sinn der Philosophie überhaupt zu verfehlen.
      Schließlich müssen wir uns noch andere Freiheiten nehmen, wenn wir ohne endlose Qualifikationen vorgehen wollen. Da wir unsere Auffassung vom philosophischen Daoismus nicht als korrektes Verständnis der Texte darstellen, können wir auch bequeme Annahmen über deren Urheberschaft und Daten treffen, ohne unserProjekt zu untergraben. Wir werden Zhuangzi daher als den einzigen Autor der inneren Kapitel des Zhuangzi bezeichnen, davon ausgehen, dass sie eine einzige Vision darstellen und sich in vielerlei Hinsicht von den anderen Teilen der Anthologie unterscheiden. All diese Annahmen werden von Wissenschaftlern weitgehend bestritten und oft von vielen abgelehnt. Das muss uns nicht betreffen. Dies ist unsere Philosophie und wir werden diese Ressourcen ohne Rücksicht auf ihre Entstehungsgeschichte betrachten.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Aus Scott P. Bradleys Blog" geschrieben. 07.02.2021

      AUF DEM WEG ZU EINEM NEUEN PHILOSOPHISCHEN DAOISMUS X.

      [Als Antwort auf den Vorschlag, dass der Daoismus keine Ideen nutzt:]

      Darüber hinaus geht es bei Zhuangzis Methode in dem Maße, in dem man sagen kann, dass er eine hatte, sehr um die Verwendung von Ideen - neuen Perspektiven -, um die Schnittstelle zu sich selbst und zur Welt zu verändern. Er schlägt eine Art meditative Vorstellung von verschiedenen, sich erweiternden Perspektiven vor, durch die man sich neu kontextualisieren und transformieren kann. Stelle dir vor, du wärst völlig unabhängig von irgendetwas, nicht einmal vom Leben selbst. Was könntst du dann möglicherweise fürchten? Stelle dir vor, du identifizierst dich nicht mit einem isolierten monadischen Selbst, sondern mit der Gesamtheit aller Dinge. "Verstecke die Welt in der Welt". Wo in Allem könnte etwas verloren gehen? Stellen dir Leben und Tod als eine einzige Saite vor, nicht zwei verschiedene Dinge, sondern eine Einheit. Wie könnte dann der Tod einen Verlust darstellen? Stelle dir die Menschheit als gleich und gleich allen anderen Dingen und Kreaturen vor. Wie könnten wir sie dann nicht alle lieben und ehren? Stelle dir die Aussagen all unserer großen Theorien als gleichwertig mit dem Zwitschern eines Nestes von Vogelbabys vor. Wie könnten wir dann an unseren eigenen Dogmen in Bezug auf heilige Wahrheiten festhalten und in ihrem Namen töten? Diese und viele andere einfallsreiche Übungen haben Ideen als Ausgangspunkt und psychologische Transformation als Ziel.
      Diese Übungen sollen jedoch nichts als „wahr“ bezeichnen. Wir müssen nicht an eine tatsächliche Totalität glauben, damit ihre Vorstellung eine hilfreiche Wirkung hat. Wir müssen uns nicht als Affen betrachten, wenn wir uns in ihre "Schuhe" stecken und uns vorstellen, wie ihre Vorlieben, die sich von unseren unterscheiden, genauso gültig sind wie unsere eigenen. Dies entspricht der Verwendung von Wörtern; obwohl sie niemals Erfahrung ersetzen können, können sie uns dennoch in diese Richtung weisen. Die berühmte Metapher der Fischfalle, die Zhuangzi von einem späteren Mitarbeiter des Zhuangzi zugeschrieben wurde, macht folgendes deutlich: „Das Netz ist da, um zu fischen; ist der Fisch gefangen, gerät das Netz in Vergessenheit; . . . Worte sind für die Absicht. Wenn du die Absicht erreicht hast, vergiß die Worte. Worte sind da, um Gedanken zu fassen, hat man den
      Gedanken gefasst, geraten die Worte in Vergessenheit. Wo finde ich einen Menschen, der die Worte vergessen hat und dennoch mit mir spricht? “ (Kapitel 26; Kalinke; Zhuangzi Das Buch der daoistischen Weisheit; 2019) Worte sind keine Erfahrung, aber sie können uns in diese Richtung weisen. Wir glauben nicht an Worte, aber wir glauben an ihre Kraft. Auf diese Weise nutzt Zhuangzi Ideen als Hilfsmittel, ohne sich an sie als „wahr“ zu klammern.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Aus Scott P. Bradleys Blog" geschrieben. 07.02.2021

      AUF DEM WEG ZU EINEM NEUEN PHILOSOPHISCHEN DAOISMUS IX

      Ein dritter theoretischer Einwand gegen die Formulierung eines daoistischen Beitrags zu einer Philosophie von ökologischem Interesse ist, dass der Glaube, dass Ideen so angewendet werden können, dass sie einen praktischen Unterschied in der Welt bewirken, dem Daoismus selbst widerspricht. In unserem Fall hat dieses Argument viel mehr Gewicht. Der Daoismus ist vor allem eine Philosophie, die sich mehr mit der spontanen, organischen Selbstentstehung der menschlichen Erfahrung als mit der Anwendung intellektueller Prinzipien auf das Leben befasst. Dies nannte Zhuangzi „Hinzufügen zum Lebensprozess“ und schlug eine Alternative vor. Dabei war auch er in gewisser Weise widersprüchlich. Er plädiert für eine Bewegung, die der Vernunft vorausgeht - und nutzt die Vernunft, um seinen Fall zu vertreten. Dies ist das gleiche Rätsel, das zuvor erwähnt wurde. Es ist jedoch ein schwerwiegender Fehler, Zhuangzi als Anti-Vernunft-Vertreter zu betrachten. „Wenn sich der rationalisierende Geist daher ruhig in dem niederlässt, was er nicht wissen kann, hat er sich selbst vollständig verwirklicht“, schreibt er. (Kapitel 2; Alle Zitate aus den Zhuangzi sind unsere eigenen losen Darstellungen, sofern nicht anders angegeben). Dies ist keine Verneinung der Vernunft, sondern die Verwendung der Vernunft, um die Grenzen der Vernunft zu verkünden und eine Bewegung jenseits der Vernunft vorzuschlagen. Zhuangzi war ein Antirationalist, dem Glauben, dass nur die Vernunft die richtige Führung für die Führung des eigenen Lebens geben kann. Er war nicht gegen den Gebrauch der Vernunft an sich.
      Es muss auch gesagt werden, dass der Daoismus von Natur aus widersprüchlich ist. Wenn es nicht wäre, wäre es kein Daoismus. Und ehrlich gesagt scheitert vieles, was sich als Daoismus darstellt, daran. Der Daoismus spricht von dem, was nicht gesprochen werden kann; es zum Richtwert zu nehmen bedeutet, den Daoismus auf den Kopf zu stellen. Dao ist kein Dao. Tun ist nicht tun. Wissen ist Nichtwissen. Glück ist eine Art Nichtglück. Hoffnung ist eine Art Nicht-Hoffnung. Alles, was der Daoismus ist und sagt, ist im Wesentlichen upayisch, ein Mittel, das notwendigerweise nicht mit seinen Zielen übereinstimmt und das durch die Anwendung irgendeiner Mittel nicht verwirklicht werden kann. Es ist nicht das, was es sagt; es versteht, dass sein Sprechen dem widerspricht, was es sagt; Es ist ein Finger, der auf den Mond zeigt. Jede endgültige Aussage, die ohne Selbstauslöschung stehen bleibt, widerspricht dem Geist des Daoismus. Einschließlich dieses. Das ist der Punkt.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Aus Scott P. Bradleys Blog" geschrieben. 23.01.2021

      AUF DEM WEG ZU EINEM NEUEN PHILOSOPHISCHEN DAOISMUS VIII

      [Wir distanzieren uns insgesamt vom Daoismus.]

      Damit vermeiden wir auch zwei theoretische Einwände gegen die Verwendung des Daoismus bei der Formulierung einer modernen Philosophie, die der Umweltverantwortung zugrunde liegt. Es wird argumentiert, dass der Daoismus in die Kultur eingebettet ist und dass das Extrahieren sogenannter daoistischer Prinzipien aus ihnen einerseits den Daoismus verzerrt und andererseits diese Kulturen beleidigt. Da dies nicht unser Ansatz sein wird, gelten diese Einwände nicht. Wir sind auf keinen Fall, ganz offen gesagt, übermäßig besorgt um politische Korrektheit in einer Zeit, in der unser kollektives Wohlergehen im Mittelpunkt steht. Lasst uns dann hier erklären, dass unsere zugrunde liegende Prämisse ist, dass der Daoismus in all seinen religiösen Formen die ursprüngliche Vision seiner angeblichen Gründer Laozi und Zhuangzi völlig verfehlt hat. Dies ist natürlich eine Folge unserer eigenen Interpretation von ihnen, von der wir zugegeben haben, dass sie nicht definitiver dargestellt werden kann als jede andere. Diese Interpretation sieht in Zhuangzi insbesondere das Vermeiden jeglicher metaphysischer Spekulation und jedes Heilsprojekts, das sonst davon abhängen würde. Wir sehen die Grundlage seiner Philosophie als völlig unabhängig von jeglichem Glauben, Prinzip, Heilsprojekt oder Methode - mit einem Wort, von jeglichem religiösen Streben. Eine solche Annahme wird zweifellos viele beleidigen, aber das ist nicht unser Anliegen. "Beleidigt zu werden ist keine Schande", sagte Song Xing und stellte ein Prinzip auf, auf das Zhuangzi bejahend anspielt. Erkenne, was dich erwartet; Wir bieten dir diese Möglichkeit. Wir könnten auch sagen, dass die Gründer jeder großen Religion in ähnlicher Weise von ihren mutmaßlichen Anhängern völlig verraten wurden. Wir könnten dies von den militanten Nachfolgern Jesu, des Friedensfürsten, sagen. Würde Gautama die Verehrung seines goldenen Bildes oder das Abschlachten der Muslime in Myanmar in seinem Namen befürworten? Würde Moses die ethnische Säuberung der indigenen semitischen Völker Palästinas befürworten? (Nun ja, aber das ist ein anderes Problem.) Die Menschheit verwendet natürlich standardmäßig ihre ursprünglichsten Instinkte, und die Lehren derer, die sie herausgefordert haben, werden bald korrumpiert. Dies ist nicht als Beleidigung von Personen mit religiöser Überzeugung oder von Religionen gedacht, denen sie folgen. Sie sind genauso bejahbar wie jeder andere Aspekt des menschlichen Ausdrucks, obwohl wir die Konsequenzen nicht bejahen müssen. Nur wir würden unseren Ansatz vertreten, dass wir daher nicht verpflichtet sind, ihre Darstellungen der Erklärungen ihrer Gründer zu folgen.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Aus Scott P. Bradleys Blog" geschrieben. 23.01.2021

      AUF DEM WEG ZU EINEM NEUEN PHILOSOPHISCHEN DAOISMUS VII

      [In diesem Sinne sind wir überhaupt keine Daoisten, noch ist unsere Philosophie Daoismus.]

      Wissenschaftler, die viel besser informiert und fähiger sind als wir, haben bereits ernsthafte Versuche unternommen, zu verstehen, wie der Daoismus dazu beitragen kann, die Umweltbewegung zu unterstützen. Obwohl sie viele Ansätze des traditionellen Denkens und Handelns festgestellt haben, die sich für Umweltbelange eignen, bleiben die meisten hinsichtlich ihrer tatsächlichen Wirksamkeit oder Anwendbarkeit äußerst skeptisch. Die Gründe dafür sind mehrere, einige praktisch und andere theoretisch.

      Im ersteren Fall zeigt die Geschichte nicht, dass traditionelle Belastungen des daoistischen Denkens und Handelns zu einer größeren Sorge für die Umwelt geführt haben, als dies im theistischen Westen der Fall ist. Industrialisierung und Konsumismus sowie die sich daraus ergebende Umweltzerstörung gehören ebenso zu Kulturen mit tiefen daoistischen Wurzeln - insbesondere China und Korea - wie in allen anderen. Unsere typische Vision eines daoistischen Weisen, der mit der Schönheit der Natur kommuniziert, ist zwar überzeugend, aber im Wesentlichen romantisch. Zu sagen, dass traditionelle Formen des Daoismus einen größeren Respekt vor der Natur haben, auch wenn dies theoretisch der Fall ist, macht es praktisch nicht so. Diese oben genannten Gelehrten waren daher nicht bereit, den Daoismus als Heilmittel für unsere gegenwärtige rücksichtslose Zerstörung der Umwelt einzusetzen.
      Diejenigen, die dazu neigen, keine Gelehrten zu sein, sondern diejenigen mit religiöser Sensibilität, neigen dazu, sich eher mit Wunschdenken als mit kritischem Denken zu beschäftigen.
      Wir werden daher traditionelle daoistische Überzeugungen nicht als Beweis dafür bezeichnen, wie der Daoismus in irgendeiner Form dazu beitragen kann, den Weg unseres gegenwärtigen destruktiven Kurses zu ändern. Wir distanzieren uns insgesamt vom Daoismus.

    • Wu hat einen neuen Beitrag "Taoistische Grundbegriife" geschrieben. 23.01.2021

      Scott P. Bradley sagte zu Yin und Yang recht schön:

      Sie sind nicht „realer“ als jede andere Dialektik - sie „existieren“ nur als Beschreibung einer Beziehung zwischen Dingen.

      - -

      Sie ist jedoch wertvoll, ein hypothetisches Yin und Yang als kosmische Prinzipien zu bezeichnen, genauso wie es sich auf das metaphysische Dao bezieht. Dao ist das große Fragezeichen - nicht die große Antwort. Das ist sein Wert. So auch bei Yin und Yang - sie sind nützliche Konzepte, um die Welt zu interpretieren, aber nur solange wir sie nicht inhaltlich „real“ machen.

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Wu
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